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Praktikum in Kasan

Vom 07.10.11 bis zum 30.12.11 absolvierte ich ein ehrenamtliches Praktikum bei der Jugendorganisation «Perlenkette» des Deutschen Hauses der Republik Tatarstan in Kasan, Russland. Bereits ein halbes Jahr vor meinem Praktikum habe ich mit Marta Galitskaya Kontakt aufgenommen um alle notwendigen Vorbereitungen zu treffen.

Die Idee ein Praktikum in Russland zu machen hatte ich seit dem ich einen Russisch-Sprachkurs an der Universität Bamberg im Jahr 2008 belegte. Anfangs war es bloße Neugierde und die Suche nach einer neuen sprachlichen Herausforderung, die mich dazu trieb Russisch zu lernen. Doch aus Neugierde erwuchs bald der Gedanke daran vielleicht im Rahmen eines Praktikums nicht nur die Sprache zu lernen, sondern auch die Menschen und das Land näher kennenzulernen. Dazu trugen auch Menschen aus meinem unmittelbaren Freundeskreis bei, die mich darin bestärkten einen neuen Schritt zu wagen.

Gleich am zweiten Tag meiner Ankunft wurde ich auf dem, von der Perlenkette mit viel Liebe organisierten, Oktoberfest dem Großteil der Mitglieder vorgestellt. Gleichzeitig bildete das Oktoberfest den Abschied von Sophia meiner Vorgängerin, bei der ich mich an dieser Stelle für ihre hilfreichen Tipps bedanken möchte. Es wurde viel getanzt und gefeiert.

Während meines Praktikums leitete ich zweimal wöchentlich den fortgeschrittenen Deutschkurs, was für mich eine außerordentliche Herausforderung darstellte, weil ich über keine weitergehenden pädagogischen Kenntnisse verfügte. Ziel war es die Kursteilnehmer (KT) auf die DaF-Prüfung vorzubereiten. Dafür stand mir ein Lehrbuch zur Verfügung, welches ich regelmäßig einsetzte. Daneben habe ich grammatische Themen behandelt und Videoanalysen durchgeführt. Außerdem habe ich die KT dazu angeregt Referate im Unterricht vorzustellen, die einen Deutschlandbezug herstellen. Dazu griffen die KT einerseits auf meine vorgestellten Referatsthemen zurück (bspw. demografischer Wandel, Deutsche Einheit, Flüchtlingsgeschichten, etc.), andererseits habe ich Freiraum für eigene Ideen (Heiliges Römisches Reich deutsche Nation, Bismark, etc.) gelassen. Mir war es wichtig, dass die KT frei sprechen und schwierige Wörter für die anderen Teilnehmer für sie übersetzten. Ich empfand die Referate im großen und ganzen als sehr gelungen, insbesondere weil sich dadurch anregende Diskussionen entwickelten und was noch wichtiger für mich war, gesellschaftliche, kulturelle und politische Einstellungen sowohl im eigenen Land als auch in Deutschland kritisch zu hinterfragen.

Zusätzlich zu meinem Unterricht in der «Perlenkette» habe ich auch privaten Deutschunterricht, in der Regel zwei-dreimal pro Woche, gegeben.

Die letzte gemeinsame Stunde mit dem fortgeschrittenen Kurs begangen wir feierlich mit selbstgekochten Speisen, selbstgemachter Musik und einer Flasche Wodka. Ich habe die Kursteilnehmer sehr ins Herz geschlossen und fand es sehr Schade, dass die Zeit so schnell verging.

Zweimal die Woche habe ich den Theaterkurs der «Perlenkette» besucht um sie sprachlich bei der Umsetzung ihrer deutschsprachigen Stücke zu unterstützen. Zum Weihnachtsfest durfte ich dann selbst in den Vordergrund im Rahmen eines Theaterstücks rücken, was mir sehr viel Spaß gemacht hat. Darüber hinaus habe ich am Ende meines Praktikums bei einem Weihnachtsstück, unter der Leitung Galina Georgiewnas teilgenommen.

Das Praktikum hat mir tiefe Einblicke in die Arbeitsweise und die Strukturen der Organisation gewährt. Insbesondere der Unterricht mit den Schülern hat mir sehr viel Spaß gemacht. Während meines dreimonatigen Praktikums konnte ich meine sprachlichen Kenntnisse deutlich verbessern, wofür ich vor allem meinen Tandem-Partnern danken möchte, mit denen ich mehrmals pro Woche traf. Darüber hinaus habe ich viele neue Freunde dazugewonnen. Außerdem möchte ich Galina Georgiewna, Martha Galitskaya und Rahel Gsponer für ihre großartige Unterstützung rund um die «Perlenkette» ganz herzlich danken.

Thomas Haase

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