Praktikumsbericht
08.05.2012 – 19.06.2012
Mein Name ist Gesa Frick, ich lebe in Berlin und studiere Soziale Arbeit an der Alice- Salomo- Hochschule. Durch mein Praktikum bei der djo-Deutsche Jugend in Europa in Berlin wurde ich auf die Möglichkeit aufmerksam gemacht, ein Praktikum in Kasan zu machen. Nun mag es für manche unverständlich sein, ohne ein Wort Russisch zu sprechen für sechs Wochen dort ein Praktikum machen zu wollen, aber ich habe eine Chance gesehen und sie genutzt. Außerdem wurde mir versichert, dass es kein Problem sei, das sich meine Russischkenntnisse in Grenzen halten. Also auf nach Kasan.
Kasan ist die Hauptstadt der Republik Tatarstan und hier gibt es das «Deutsche Haus». Hier finden unter anderem Deutschkurse statt, es gibt ein deutsches Theater und einen Filmklub. Und hier fand mein Praktikum statt, vor allem bei den eben genannten Angeboten. Außerdem habe ich Dokumente überarbeitet und Rechercheaufgaben erledigt.
Meine Hauptaufgabe bestand aber im Deutschunterricht. Ich habe eine der Gruppen ein paar Stunden unterrichtet, bis die Ferien anfingen. Dann haben eine andere Praktikantin und ich noch eine Art Ferienkurs im Juni durchgeführt.
Die Zeit in Kasan war sehr schön, interessant und teilweise auch gewöhnungsbedürftig. Ich habe nette Menschen kennengelernt und wichtige Erfahrungen gemacht. So weiß ich nun, dass es in Russland nicht immer nur kalt ist, sondern es sogar sehr heiß werden kann, ich nicht zur Lehrerin geeignet bin, auch wenn das Unterrichten Spaß gemacht hat. Auch habe ich deutsche Zebrastreifen schätze gelernt und mich selbst nach sechs Wochen nicht daran gewöhnt, dass hier die Türen andersherum abgeschlossen werden.
Auch scheint es große Unterschiede in der Wahrnehmung von Entfernungen zu geben. Es war auch sehr interessant zu sehen, wie das hier mit den öffentlichen Verkehrsmitteln läuft, z.B. das im Bus nicht beim Fahrer sondern beim mitfahrenden Buspersonal bezahlt wird. Ich war auch sehr erstaunt zu sehen, wie viele Polizisten hier überall herumlaufen. Vielleicht aber auch erklärlich, wenn man in der Metro eine Durchsage hört, in etwa «wenn sie etwas Verdächtiges wie eine Bombe sehen, melden Sie dies bitte».
Ich habe aber auch erlebt, wie engagiert die Mitarbeiter im Deutschen Haus sind. Ich habe in den sechs Wochen Theateraufführungen, Konzerte, Preisverleihungen und Ausstellungseröffnungen miterleben dürfen. Die Zeit hier hat mir, trotz einiger Missverständnisse, einen guten Einblick in die Arbeit gegeben, die hier geleistet wird.
Ich bin sehr froh diese Möglichkeit bekommen zu haben all dies und vieles mehr erlebt haben zu dürfen. Auch wenn es manchmal ohne die Hilfe von Menschen die Russisch sprechen sehr schwer geworden wäre.
Gesa Frick

